
... in den Wechseljahren:
Wenig Testosteron, viele Berufe und immer „mittendrin“!
„Ich bin in den Wechseljahren“, sagt Stelter. Und er wäre nicht Bernd Stelter,
wenn er diese Erkenntnis nicht sofort auf der Bühne weitergeben wollte. Und
genau darum ist er derzeit „auf Tour“. Mit „Mittendrin – Männer in den Wechseljahren“, Stelters mittlerweile viertem Kabarettprogramm.
Es geht um Männer und ihren Hormonhaushalt. „Der Mann verliert nämlich zwischen dem vierzigsten und sechzigsten Lebensjahr die Hälfte seiner Testosteronproduktion“, klärt Stelter uns auf. „Der kann plötzlich mit dem Kopf denken, und das kennt er nicht!“
Es ist ja schon fast überraschend, wenn ein Mann auf der Spaßbühne seine
Witze über Männer macht. Und überrascht, das sind die Zuschauer nach einem Abend mit Bernd Stelter fast immer: Der Mann spielt Ein-Personen-Theater-
Stücke, er parodiert, spricht Dialekte, kalauert, wird leise, er poltert, kommt ins Erzählen. Und er singt - nicht nur Lustiges. Auch Balladen sind im Programm.
Die Zuschauer sitzen im Theater, lächeln, lehnen sich zurück, träumen - nur
um ein paar Augenblicke später vor Lachen zu brüllen. Und sie spüren, der Typ
ist wirklich „mittendrin“, mitten im Leben.
Klar, das die Zuschauer nicht gehen wollen. Aber als Letzter geht Stelter, immer. Nach dem Auftritt schreibt er im Foyer so lange Autogramme, bis jeder eins hat. Hier noch ein Foto, da noch ein Schwätzchen. Und wieder ist er mittendrin.
Stelter steht auch gerne vor der Kamera. Das spürt man, das sieht man ihm an. Neun Jahre saß er bei „7 Tage, 7 Köpfe“ neben Jochen Busse und Rudi Carrell.
Ob er manchmal traurig sei, dass das vorbei ist, wird er häufig gefragt „Nein, dankbar, dass ich dabei war“, sagt er dann. Er war Dauergast bei Frank Elstners „Verstehen Sie Spaß?“ und moderiert im WDR-Fernsehen die Comedy-Kabarett-Show „So lacht NRW“ und „Das NRW-Duell“. Mit Quiz kennt er sich aus -
auf beiden Seiten des Fragepults: Bei Günther Jauch hat er eine halbe Million gewonnen und im Star-Quiz bei Jörg Pilawa die Höchstsumme.
Auf der Bühne stehen ist eine Sache, vor der Kamera eine andere. Schreiben ist die dritte. Eine Seite, für die er die Abende zuhause am Schreibtisch nutzt, oder
die im Hotelzimmer oder auf „seinem“ Campingplatz in Holland. Und dann erarbeitet er Drehbücher und schreibt seine Programme. Und die langen Geschichten, die auch noch erzählt werden wollen
Drei Romane hat er inzwischen veröffentlicht:
„Nie wieder Ferienhaus!“, „Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken“ und zuletzt seinen bislang größten Erfolg, den Camping-Krimi :
„Der Tod hat eine Anhänger-Kupplung“. Schreiben ist für ihn Ausgleich, das ist Ruhe.
Apropos Ruhe: Es gibt eine Zeit, in der kommt Bernd Stelter zu (fast) nichts anderem: „Der Karneval ist meine Wurzel, und seine Wurzeln soll man behalten.“ Seit 21 Jahren steht Stelter im Karneval auf der Bühne, vier oder fünf mal an einem Abend. Wird das nicht irgendwann langweilig? „Nein“, sagt Stelter,
„jeder Auftritt ist anders!“ In einem Saal sind die Leute bunt kostümiert, im nächsten tragen sie Smoking und Cocktailkleid. Mal hat die Sitzung gerade begonnen, mal geht die Stimmung schon unter die Decke. Bei der Pfarrsitzung
sind es zweihundert Gemeindemitglieder, in der Köln-Arena feiern zehntausend Jecke! „Und du musst jeden Saal kriegen.
Das ist eine Sucht - eine ganz gesunde!“
Karneval ist die vierte Seite des Bernd Stelter - und auch da ist er mittendrin. Stelters Forderung „Karneval sollte es auf Krankenschein geben!“ hat es sogar
bis ins Handelsblatt geschafft. Er liebt den Karneval, aber im Gegensatz zu so manchem Kölner gibt es einen kleinen Unterschied. Er findet, auch
Aschermittwoch ist ein toller Tag! Dann merkt man doch, dass er in Unna geboren ist, im Herzen Westfalens,
damals 1961. Zwanzig Jahre später zog er wegen des VWL-Studiums ins
Rheinland, nach Bonn. Und da wohnt er jetzt, seit fast dreißig Jahren, mit
Ehefrau und zwei Kindern, zwischen Köln und Bonn, genauer gesagt,
mittendrin!
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